Der neue Mercedes-Benz GLA steht in den Startlöchern und räumt gründlich mit dem Buchstabensalat der vergangenen Jahre auf. Die künstliche Trennung zwischen Verbrenner- und Elektro-Modellen (GLA und EQA) gehört ab sofort dorthin, wo sie hingehört: ins Archiv. Künftig läuft die gesamte Baureihe einheitlich unter dem legendären Kürzel GLA. Das Fundament für diesen radikalen Neuanfang liefert die hochmoderne MMA-Plattform (Mercedes Modular Architecture), die primär für vollelektrische Antriebe entwickelt wurde, jedoch auch hocheffiziente, stark elektrifizierte Verbrennungsmotoren beherbergen kann.

Zum offiziellen Bestellstart am 30. Juli 2026 schicken die Stuttgarter zunächst drei rein elektrische Varianten ins Rennen, die wahlweise mit Heck- oder Allradantrieb vorfahren:

  • GLA 200 elektrisch: Den Einstieg markiert diese Version mit 165 kW (224 PS), Heckantrieb und einer 58-kWh-LFP-Batterie (Lithium-Eisenphosphat), die eine WLTP-Reichweite von bis zu 447 Kilometern ermöglicht. Der Basispreis liegt bei 48.599,60 Euro.
  • GLA 250+ elektrisch: Der unangefochtene Reichweiten-König leistet 200 kW (272 PS), setzt ebenfalls auf Heckantrieb und greift auf eine NMC-Batterie (Nickel-Mangan-Kobalt) mit 85 kWh Netto-Kapazität zurück. Bis zu 657 Kilometer Reichweite stehen hier im Datenblatt. Preislich geht es ab 54.978 Euro los.
  • GLA 350 4MATIC elektrisch: Das vorläufige Topmodell bietet dank Allradantrieb eine Systemleistung von 260 kW (354 PS) und sprintet in nur 5,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Diese Leistung hat ihren Preis: mindestens 58.107,70 Euro werden fällig.

Eine weitere Batterie-Variante mit 71 kWh Kapazität wird die Palette Anfang 2027 ergänzen. Wer noch nicht ganz auf den rein elektrischen Zug aufspringen möchte, muss sich ebenfalls bis Anfang 2027 gedulden. Dann reicht Mercedes eine moderne Hightech-Hybridvariante nach, die auf dem neuen, elektrifizierten 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbomotor (M252) basiert. Dank innovativer 48-Volt-Mildhybrid-Technik und einem im Getriebe integrierten Elektromotor kann das SUV bei Geschwindigkeiten von über 100 km/h elektrisch segeln – vorausgesetzt, der Leistungsbedarf bleibt unter 22 kW.

800-Volt-Architektur und extreme Ladeleistung

Mit der neuen Plattform setzt der neue GLA konsequent die 800-Volt-MMA-Strategie fort, die Mercedes-Benz im Frühjahr 2025 mit dem CLA (Weltpremiere am 13. März 2025, Bestellstart am 29. April 2025) eingeleitet hat. Dies bringt vor allem an der Schnellladesäule einen gewaltigen Technologiesprung ins Kompaktsegment. Während viele Konkurrenten in dieser Klasse nach wie vor mit 400 Volt laden, zieht das schwäbische Premium-SUV an einer HPC-Säule Strom mit einer maximalen Ladeleistung von bis zu 320 kW.

In der Praxis bedeutet das extrem kurze Zwischenstopps: In gerade einmal zehn Minuten lässt sich eine Reichweite von bis zu 270 Kilometern nachladen. Serienmäßig ist ein AC-Lader mit 11 kW für das Laden zu Hause an Bord, optional bietet Mercedes ein Upgrade auf 22 kW an.

Jörg Burzer, Vorstandsmitglied der Mercedes-Benz Group AG und Chief Technology Officer (CTO) für Entwicklung und Einkauf, betont den technologischen Sprung im Segment:

"Ein breites Angebot vollelektrischer und elektrifizierter Antriebe, bis zu 657 Kilometer Reichweite sowie bis zu 270 Kilometer Nachladen in nur zehn Minuten setzen neue Maßstäbe für alltagstaugliche Elektromobilität in diesem Segment."

Mehr Platz und intelligenter „Superscreen“ im Innenraum

Auch optisch und dimensional hat sich der GLA merklich verändert. Das Kompakt-SUV wirkt deutlich gestreckter und erwachsener als sein Vorgänger. Die Silhouette ist zwar um 20 Millimeter flacher geworden (Höhe: 1,60 Meter), doch der Radstand wächst um spürbare 61 Millimeter auf nunmehr 2.790 Millimeter. Insgesamt misst der neue GLA knapp 4,57 Meter in der Länge – ein Zuwachs von rund 15 Zentimetern gegenüber dem Vorgänger. Das sorgt vor allem im Fond für spürbar mehr Beinfreiheit.

Ein echtes Highlight an der Front ist der neu gestaltete, ikonische und beleuchtete Kühlergrill, der je nach Ausstattungslinie mit bis zu 608 rückseitig beleuchteten LED-Punkten im eleganten Sternen-Muster erstrahlt.

Im Innenraum weicht die bisherige Armaturentafel einem komplett neuen Cockpit-Konzept. Wer möchte, kann den GLA mit dem optionalen MBUX Superscreen ausrüsten. Dieser erstreckt sich über die gesamte Breite des Cockpits und vereint bis zu drei Bildschirme unter einer eleganten, durchgehenden Glasfläche. Dahinter arbeitet das neue Mercedes-Betriebssystem MB.OS inklusive eines virtuellen Assistenten mit generativer KI, der eine besonders intuitive Interaktion ermöglicht. Ein Panoramadach gehört künftig bereits zur Serienausstattung.

Auch in puncto Praktikabilität legt der Stuttgarter spürbar zu:

  • Das Kofferraumvolumen des Elektro-Modells steigt um 70 Liter auf nunmehr 410 Liter (maximal 1.400 Liter bei umgelegter Rückbank).
  • Unter der Fronthaube befindet sich ein 107 Liter großer Frunk, in dem Ladekabel und Kleinkram problemlos Platz finden.
  • Die Allradversionen können zudem eine beachtliche Anhängelast von bis zu zwei Tonnen an den Haken nehmen.

Preise und Marktstart: Ab November beim Händler

Der neue Mercedes GLA ist ab dem 30. Juli 2026 offiziell bestellbar. Die ersten Fahrzeuge sollen im November 2026 an die Kunden ausgeliefert werden und bei den Händlern im Showroom stehen. Neben den bekannten Ausstattungslinien Style, Progressive, AMG Line und AMG Line Plus wird es zum Marktstart auch eine exklusive „Night Edition“ geben, die sich mit einer mattschwarzen Speziallackierung (Kosmosschwarz magno) und edlen, dunklen Designdetails besonders sportlich präsentiert.

Mit der dritten Generation des GLA zeigt Mercedes-Benz eindrucksvoll, dass erstklassige Reichweiten, schnelles Laden und modernste Software-Architekturen keine Privilegien der absoluten Luxusklasse mehr sein müssen. Das SUV ist praktischer, geräumiger und technisch fortschrittlicher als je zuvor.