Die Nachricht verbreitete sich in der Autowelt wie ein Lauffeuer: Ein Erlkönig des Mercedes-AMG GT Facelifts, der für das Modelljahr 2027 vorbereitet wird, ist bei Erprobungsfahrten in Spanien bis auf das nackte Metallchassis ausgebrannt. Aufnahmen auf Instagram (veröffentlicht vom Account @kikisnevada_pgarage) zeigen das getarnte Coupé am Straßenrand einer Gebirgsstraße in Vollbrand, während dicke, schwarze Rauchwolken in den Himmel steigen.

Die Testingenieure blieben zum Glück unverletzt, doch für den sündhaft teuren Versuchsträger gab es keine Rettung mehr.

Flammen-Hölle in der Sierra Nevada

Der dramatische Vorfall ereignete sich in der spanischen Sierra Nevada – einer Region, die wegen ihrer großen Höhe und extremen klimatischen Bedingungen von Automobilherstellern weltweit bevorzugt für Hitzetests genutzt wird. Und heiß war es zweifellos: Spanien ächzt derzeit unter einer extremen Hitzewelle mit Temperaturen von teils über 45 Grad Celsius.

Unter diesen brutalen Bedingungen geriet der Erlkönig plötzlich in Brand. Augenzeugen berichteten, dass das Feuer im Heck des Mercedes-AMG GT ausbrach und sich in Windeseile ausbreitete. Die Insassen reagierten zwar schnell und versuchten, den Brand mit den bordeigenen Feuerlöschern einzudämmen – doch gegen die Wucht des Feuers blieben diese Versuche völlig wirkungslos.

Als die örtliche Feuerwehr eintraf, war der Sportwagen bereits ein rauchendes Wrack und ein absoluter Totalschaden. Immerhin: Die Flammen griffen nicht auf die ohnehin ausgetrocknete Umgebung der Bergregion über.

Steckte der hochkomplexe Hybrid-Antrieb dahinter?

Da das Feuer laut Augenzeugen im hinteren Bereich des Fahrzeugs seinen Ursprung nahm, schossen in den sozialen Netzwerken sofort Spekulationen ins Kraut. Denn genau dort – über der Hinterachse – sitzt bei den elektrifizierten E-Performance-Varianten von AMG das Herzstück der Hybridtechnik: das Batteriepaket und die E-Maschine.

Im aktuellen Topmodell des Mercedes-AMG GT sorgt ein ausgeklügeltes System für Vortrieb:

  • Ein 4,0-Liter-V8-Biturbo-Verbrenner an der Vorderachse
  • Ein Elektromotor an der Hinterachse
  • Eine High-Performance-Batterie mit 6,1 kWh Kapazität

Gemeinsam mobilisiert dieses System atemberaubende 816 PS Systemleistung. Ein technischer Defekt in diesem komplexen Lithium-Ionen-Akkusystem könnte die physikalische Erklärung dafür sein, warum sich der Brand so rasant entwickelte und mit herkömmlichen Handfeuerlöschern absolut nicht mehr zu stoppen war.

Mercedes schweigt zur genauen Brandursache

Offiziell bestätigt ist diese Theorie allerdings nicht. Mercedes-Benz hat sich bislang nicht im Detail zu dem Vorfall geäußert und lässt offen, ob es sich bei dem verunglückten Prototyp tatsächlich um eine Hybrid-Version oder einen reinen Verbrenner handelte. Fest steht nur: Die Ingenieure in Affalterbach haben nun einen extrem wertvollen Versuchsträger weniger zur Verfügung, um die Erprobung des Facelifts abzuschließen. Die genaue Brandursache wird nun intern akribisch analysiert werden müssen.