Die Gerüchteküche brodelte schon länger, doch nun macht Mercedes-AMG Ernst: Der schwäbische Automobilhersteller hat offizielle Teaser-Bilder eines Erlkönigs veröffentlicht, der die Fachwelt in Staunen versetzt. Was auf den ersten Blick wie ein mäßig getarnter Prototyp wirkt, enthüllt bei genauem Hinsehen eine echte Sensation. Nach über einem Jahrzehnt Abstinenz kehrt das G-Klasse Cabriolet zurück. Und dieses Mal bricht die Ikone mit gleich mehreren Traditionen, um sich als ultimatives Luxus- und Performance-Spielzeug neu zu erfinden.
Auf seinen Kanälen kündigte der Stuttgarter Autobauer die Rückkehr der offenen Offroad-Legende mit einer klaren Botschaft an:
"Eine Ikone öffnet sich: Das Cabriolet der G-Klasse kehrt zurück."
Erstmals als reinrassiger AMG mit mächtigem V8
Das wohl spektakulärste Detail der Neuauflage betrifft den Antrieb: Zum ersten Mal in der fast fünfzigjährigen Geschichte des kantigen Offroaders wird das Cabriolet direkt ab Werk als hochpotentes AMG-Modell vom Band rollen. Der auf den Teaserbildern gezeigte Erlkönig weist mit seiner markanten AMG-Frontpartie und den typischen seitlichen Auspuffrohren (Sidepipes) unmissverständlich auf eine Performance-Version aus Affalterbach hin.
Unter der Haube des kommenden Mercedes-AMG G 63 Cabriolets dürfte ein kraftvoller 4,0-Liter-V8-Biturbo schlagen. Da Mercedes den Geländewagen ab Frühjahr 2027 fit für die strenge Euro-7-Abgasnorm macht, steht der Wechsel auf das modernisierte Triebwerk mit dem Kürzel M177evo an. Dieses zeichnet sich durch eine Flat-Plane-Kurbelwelle aus, die für ein noch gierigeres Hochdrehen und verringerte Vibrationen sorgt. Die genaue Leistung für das Cabriolet ist zwar noch nicht offiziell bestätigt, Branchenexperten rechnen jedoch mit einer brachialen Ausbeute im Bereich von 585 PS bis hin zu über 600 PS.
Vier Türen und innovative Dachtechnik
Im Vergleich zum historischen Vorgänger, der bis 2013 als klassischer Zweitürer mit kurzem Radstand gebaut wurde, geht das neue Modell einen deutlich praktischeren Weg. Das kommende G-Klasse Cabriolet basiert auf der aktuellen Generation (W465) und behält den vollen Radstand sowie alle vier Türen bei. Die robusten Türrahmen und der massive Überrollbügel bleiben als Sicherheitszelle bestehen, während sich darüber ein elektrisch faltbares Stoffverdeck erstreckt.
Bei der Konstruktion des Verdecks greift Mercedes tief in die Trickkiste. Berichten zufolge orientiert sich der vollautomatische Dachmechanismus eng an der hochentwickelten Systematik des aktuellen Mercedes-AMG SL Roadsters:
- Volle Automatik: Das Verdeck lässt sich per Knopfdruck vollautomatisch öffnen und schließen. Im Gegensatz zum historischen Urahn entfällt das manuelle Entriegeln von Hand hinter den Sonnenblenden.
- Markante Heck-Optik: Das obligatorische Reserverad bleibt an der Hecktür montiert. Da die obere Hälfte der Hecktür weggeschnitten wurde, um Platz für das gefaltete Dach zu machen, wandert das gesetzlich vorgeschriebene dritte Bremslicht direkt auf die Reserveradabdeckung.
Markteinführung im zweiten Halbjahr 2027
Die Entscheidung, die G-Klasse wieder als Cabriolet anzubieten, ist aus wirtschaftlicher Sicht ein logischer Schritt. Der kantige Geländewagen eilt von einem Verkaufsrekord zum nächsten – allein im vergangenen Jahr wurden weltweit fast 50.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Das Cabriolet soll diesen Erfolg als hochemotionales und extrem exklusives Sondermodell krönen.
Mercedes-Chef Ola Källenius hat den offiziellen Starttermin bereits für das zweite Halbjahr 2027 bestätigt. Eine weitere Premiere: Das offene G-Modell wird erstmals auch regulär in den USA angeboten, wo die Nachfrage nach luxuriösen Lifestyle-Offroadern traditionell riesig ist.
Auch wenn Mercedes noch keine offiziellen Preise genannt hat, dürfte das AMG-Cabriolet kein Schnäppchen werden. Bereits der geschlossene Mercedes-AMG G 63 startet hierzulande bei knapp unter 190.000 Euro. Für das exklusive Open-Air-Vergnügen mit V8-Soundtrack wird mit Sicherheit ein saftiger Aufschlag fällig – ein Preis, den die betuchte Kundschaft für dieses einzigartige Sammlerstück jedoch zweifellos gerne zahlen wird.