Die Bayerischen Motoren Werke schreiben Geschichte. Ende August gab die BMW Group bekannt, dass der zweimillionste vollelektrische Neuwagen (BEV) an einen Kunden ausgeliefert wurde. Damit krönt der Premiumhersteller eine Reise, die Ende 2013 mit dem legendären Kleinwagen BMW i3 begann. Doch anstatt sich auf dem Meilenstein auszuruhen, schalten die Münchner erst richtig hoch: Vor allem in Europa brennt die Marke derzeit ein wahres Elektro-Feuerwerk ab. Mit 81.445 ausgelieferten Stromern im zweiten Quartal 2026 verzeichnete BMW hier ein phänomenales Absatzplus von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Der neue BMW iX3 wird zum absoluten Kundenmagneten
Der unangefochtene Star dieser Elektro-Offensive ist der neue BMW iX3, das erste SUV auf Basis der neuen E-Plattform. Die Nachfrage nach dem Vorreiter der „Neuen Klasse“ übertrifft selbst kühne Erwartungen:
- Seit der Weltpremiere des iX3 ist jedes dritte bestellte vollelektrische BMW-Modell in Europa ein iX3.
- Innerhalb der gesamten X3-Modellfamilie entscheidet sich mittlerweile bereits jeder zweite Käufer für die reine Elektro-Variante.
- Mit rasanten Schritten nähert sich der iX3 der Marke von 100.000 Auftragseingängen.
Dieser gewaltige Ansturm zwang den Autobauer sogar zu ungewöhnlichen Maßnahmen: Um der enormen Nachfrage Herr zu werden, wurde im ungarischen Werk Debrecen die zweite Produktionsschicht deutlich früher gestartet als ursprünglich geplant.
Ein historisches Jubiläum mit spanischem Flair
Obwohl die neue SUV-Generation die Verkäufe antreibt, gebührte die Ehre des zweimillionsten Elektro-BMW einer eleganten Business-Limousine: Ein BMW i5 M60 xDrive lief im Werk Dingolfing vom Band und wurde nun feierlich an seinen neuen Besitzer in Spanien übergeben.
Dingolfing hat sich zum wahren Herzstück der bayerischen E-Auto-Produktion entwickelt. Seit dem Start der dortigen Elektro-Serienfertigung im Jahr 2021 wurden am Standort über 320.000 reine Stromer gebaut – darunter der BMW iX, der i5 und das Flaggschiff i7. Nahezu jedes sechste der bisher zwei Millionen produzierten BMW-Elektroautos stammt somit aus niederbayerischer Produktion. Insgesamt blickt der Konzern inklusive seiner Plug-in-Hybride seit 2013 auf rund 3,5 Millionen ausgelieferte elektrifizierte Fahrzeuge zurück.
Die „Neue Klasse“ wächst: Münchner Werk startet Produktion des i3
Und die nächste Welle rollt bereits an: Ebenfalls im August 2026 startete das traditionsreiche Stammwerk in München die Serienproduktion des neuen BMW i3. Im Gegensatz zum gleichnamigen Urahn von 2013 kommt der neue i3 nun als sportliche Mittelklasselimousine daher und bildet das zweite tragende Fundament der „Neuen Klasse“.
Obwohl der Bestellstart für die exklusive „Launch Edition“ erst vor kurzem erfolgte, meldet BMW bereits eine überwältigende Nachfrage. Im Münchner Werk führt dies derzeit zu einer steilen Anlaufkurve, um die Bänder unter Volllast laufen zu lassen. Jochen Goller, Vorstand für Kunde, Marken und Vertrieb bei der BMW AG, zeigt sich sichtlich stolz:
„Zwei Millionen verkaufte BEVs unterstreichen, wie sehr unsere elektrischen BMW und MINI Modelle die Kunden weltweit begeistern. In Europa setzte sich zudem die positive Entwicklung nach der Markteinführung des neuen BMW iX3 fort, in Kürze erreichen wir den Meilenstein von 100.000 Auftragseingängen. Das zeigt die große Bedeutung der Neuen Klasse für den weiteren Hochlauf der Elektromobilität in der BMW Group.“
Ein globales Paradoxon: Europa boomt, während USA und China straucheln
Hinter den glänzenden Rekordzahlen verbirgt sich jedoch ein extremes Kontrastprogramm auf dem globalen Automarkt. Während BMW in Europa von Rekord zu Rekord eilt – der BEV-Anteil am Gesamtabsatz kletterte hier im ersten Halbjahr auf beeindruckende 28 Prozent, im zweiten Quartal sogar auf über 31 Prozent –, sieht es auf anderen Kontinenten deutlich düsterer aus.
In den USA herrscht nach dem Auslaufen staatlicher Steuergutschriften eine spürbare Kaufzurückhaltung bei elektrischen Neuwagen. Noch schwieriger stellt sich die Situation in China dar: Auf dem dortigen, extrem preissensiblen Markt tun sich deutsche Premium-Hersteller weiterhin schwer, gegen die aggressive heimische Konkurrenz zu bestehen.
Dass der E-Auto-Absatz in Europa hingegen so massiv anzieht, verdankt BMW neben den neuen Modellen auch den aktuellen Rahmenbedingungen auf dem Kontinent: Die anhaltend hohen Spritpreise sowie gezielte staatliche Kaufanreize treiben viele Autofahrer scharenweise in die Arme der Elektromobilität. Mit der „Neuen Klasse“ scheint BMW genau zum richtigen Zeitpunkt die passenden Antworten parat zu haben.