Es ist der wohl wichtigste Meilenstein für die bayerische Traditionsmarke seit Jahrzehnten: Am heutigen 6. August 2026 ist im Münchner Stammwerk der Startschuss für die Serienproduktion des neuen, vollelektrischen BMW i3 gefallen. Als zweites Modell der mit Spannung erwarteten „Neuen Klasse“ – nach dem im ungarischen Debrecen gefertigten SUV iX3 – soll die Sportlimousine im 3er-Format die Elektromobilität neu definieren. Für wartende Kunden bedeutet das vor allem eines: Das Warten hat bald ein Ende.
Das Stammwerk im Ausnahmezustand: Auslieferungen ab Herbst 2026
Wer zu den Ersten gehören wollte, konnte bereits ab Mitte Juni zuschlagen. BMW hatte den Bestellstart für die exklusive „First Edition“ sowie das Basismodell am 18. Juni vorgezogen. Die Reaktion der Kunden war überwältigend. Jochen Goller, Mitglied des BMW-Vorstands für Vertrieb, erklärt dazu:
„Die Modelle der Neuen Klasse zeigen eine starke Beliebtheit. Auch der BMW i3 als zweites Modell der Neuen Klasse erfreut sich kurz nach dem vorgezogenen Bestellstart bereits großer Nachfrage.“
Dieser Ansturm sorgt im Werk München nun für eine ungewöhnlich steile Anlaufkurve in der Produktion. Die Logistik steht unter Volldampf, denn die ersten fertigen Kundenfahrzeuge sollen bereits im Herbst 2026 ausgeliefert werden. Dafür wird derzeit die neue, hochmoderne Auslieferungshalle im Werk schrittweise in Betrieb genommen. Sie bildet die letzte Station im Fertigungsprozess, in der jedes Fahrzeug final geprüft wird, bevor es direkt an den Vertrieb und damit auf den Weg zu den wartenden Besitzern übergeben wird.
912 Kilometer Reichweite und 400 kW Ladeleistung: Ein neuer Standard
Technisch zieht BMW alle Register, um Konkurrenten wie Tesla und Mercedes auf Distanz zu halten. Zum Marktstart schicken die Münchner den i3 zunächst als allradgetriebenen i3 50 xDrive ins Rennen. Mit einer Systemleistung von 345 kW (469 PS) und einem Drehmoment von 645 Newtonmetern sprintet der Stromer in nur 4,7 Sekunden von Null auf 100 km/h. Doch die wahre Sensation liegt in der Effizienz und Batterie-Technologie.
Die sechste Generation des BMW eDrive-Antriebs nutzt neuartige NMC-Rundzellen. In Kombination mit dem cw-optimierten Limousinen-Design ermöglicht der große Akku im Basismodell eine sensationelle WLTP-Reichweite von bis zu 912 Kilometern. Selbst wer sich für größere Felgen und breitere Reifen entscheidet, kommt im Normzyklus immer noch beachtliche 758 Kilometer weit. Zum Vergleich: Das Tesla Model 3 kommt auf maximal 750 Kilometer, während bei der Mercedes CLA-Klasse (EQ) bei 792 Kilometern Schluss ist.
Auch beim Laden setzt BMW neue Maßstäbe. Dank der 800-Volt-Architektur der Neuen Klasse sind Ladeleistungen von bis zu 400 kW möglich. An entsprechenden Schnellladesäulen lässt sich in nur zehn Minuten Energie für stolze 423 Kilometer zusätzliche Fahrstrecke nachladen. Ein Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent Kapazität dauert lediglich 21 Minuten. Zudem verfügt der i3 serienmäßig über bidirektionales Laden (V2H und V2G) – die Limousine kann also bei Bedarf Strom zurück ins heimische Netz speisen.
Vier Jahre Umbau bei laufendem Betrieb: Die Kosten sinken um zehn Prozent
Der Produktionsstart ist auch eine logistische Meisterleistung des Werks München. In den vergangenen vier Jahren wurde das geschichtsträchtige Stammwerk bei laufendem Betrieb grundlegend umgebaut. Während täglich weiterhin bis zu 1.000 Fahrzeuge der herkömmlichen 3er- und 4er-Reihe vom Band liefen, entstand auf rund einem Drittel des Werksgeländes eine völlig neue Infrastruktur.
Rund 650 Millionen Euro investierte der Autobauer in den Standort. Ein neuer Karosseriebau mit 800 modernsten Industrierobotern (Automatisierungsquote von rund 98 Prozent) sowie neue Montage- und Logistikhallen wurden errichtet. Die Digitalisierung erreicht dabei ein extremes Niveau: Jedes Fahrzeug wird während der Montage live getrackt, wobei bis zu 20.000 Datenpunkte pro Auto digital an das Produktionssystem gemeldet werden.
Das zahlt sich auch wirtschaftlich aus. Werkleiter Peter Weber betont:
„Mit dem Produktionsstart des BMW i3 reduzieren wir die Fertigungskosten im Werk München um weitere zehn Prozent.“
Diese Effizienz ist entscheidend, denn die Transformation des Stammwerks geht rasant weiter. Ab dem Jahr 2027 sollen in München ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge gebaut werden – Verbrenner gehören dann an diesem Standort endgültig der Vergangenheit an. Wer sich das wegweisende Modell sichern möchte, muss für den BMW i3 50 xDrive mindestens 65.900 Euro investieren. Die üppig ausgestattete First Edition startet bei 75.340 Euro. Angesichts der gebotenen Leistung und der enormen Reichweite dürfte der i3 für die Mitbewerber in der elektrischen Mittelklasse zu einem echten Albtraum werden.