Unter der Leitung von Ola Källenius richtet Mercedes seine Modellpalette radikal auf Luxus und Elektromobilität aus. Künftige Baureihen werden auf neuen, elektrifizierten Architekturen wie der Mercedes Modular Architecture (MMA) aufbauen. Für rein verbrennungsmotorisch angetriebene, hochgezüchtete Kraftpakete ohne Hybrid-Unterstützung ist in dieser neuen Welt kein Platz mehr. Das macht den Abschied vom Mercedes-AMG A 45 S 4MATIC+ zu einer echten Zäsur. Er war nicht nur das Spitzenmodell der A-Klasse, sondern über Jahre hinweg der absolute Benchmark im Segment der Hot Hatches.

Während die Standard-A-Klasse nach aktuellen Plänen noch bis 2028 weitergebaut wird, räumt AMG bei den Performance-Modellen schon jetzt das Feld. Wer das kompromisslose Fahrgefühl der schwäbischen Rennsemmel konservieren will, hat ab sofort die allerletzte Gelegenheit dazu.

Die „Final Edition“: Düstere Optik und grelle Akzente

Um den Abgang gebührend zu feiern, verpasst AMG dem A 45 S ein optisches Upgrade, das die Blicke auf sich zieht. Kunden können zwischen zwei edlen Lackierungen wählen: dem matten „MANUFAKTUR mountaingrau magno“ oder einem klassischen „Nachtschwarz uni“. Als Kontrast dazu spendiert der Hersteller dem Kompakten zahlreiche Details in glänzendem Schwarz und dunklem Chrom, die durch die serienmäßigen AMG Night-Pakete I und II ins Spiel kommen.

Die optischen Highlights der Final Edition im Überblick:

  • Mattschwarze 19-Zoll-AMG-Schmiederäder im Kreuzspeichen-Design.
  • Spezifische Nabendeckel mit gelbem AMG-Logo.
  • Glänzend schwarz lackierte Bremssättel mit weißem AMG-Schriftzug.
  • Ein silberner Tankdeckel im Chrom-Look mit AMG-Schriftzug.
  • Auf Wunsch eine großflächige, gelb-schwarze „45 S“-Folierung an den Flanken sowie Außenspiegelkappen mit sportlichem Rautenmuster.

Auch das Interieur wurde für den Abschied veredelt. Die AMG Performance-Sitze sind mit einer Kombination aus schwarzer Kunstleder-Nachbildung (ARTICO) und der Mikrofaser MICROCUT bezogen. Gelbe Kontrastnähte ziehen sich durch das gesamte Cockpit, und in den Kopfstützen prangt ein gesticktes „45 S“-Logo. Eine spezielle Plakette auf der Mittelkonsole erinnert den Fahrer bei jeder Fahrt daran, dass er in einem Stück Automobilgeschichte sitzt.

Unberührte Technik: Der stärkste Serien-Vierzylinder der Welt

Unter dem auffällig gestalteten Blechkleid bleibt technisch glücklicherweise alles beim Alten. Und das ist auch gut so, denn der verbaute M139-Motor ist ein Meisterwerk des Motorenbaus. Der 2,0-Liter-Turbovierzylinder presst gewaltige 421 PS (310 kW) und ein maximales Drehmoment von 500 Newtonmetern auf den Asphalt. Bis heute gilt das Triebwerk als der stärkste in Großserie produzierte Vierzylinder-Turbomotor der Welt.

Die Fahrleistungen sind nach wie vor auf Supersportwagen-Niveau:

  • In nur 3,9 Sekunden sprintet der Kompakte aus dem Stand auf Tempo 100.
  • Erst bei elektronisch abgeregelten 270 km/h endet der Vortrieb.
  • Die Kraftübertragung übernimmt ein blitzschnelles AMG SPEEDSHIFT 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe.
  • Der vollvariable Allradantrieb AMG Performance 4MATIC+ sorgt inklusive Drift-Modus für maximale Fahrdynamik und Traktion in jeder Lebenslage.

Was kostet das Ticket für die letzte Fahrt?

Exklusivität und Abschiedsstimmung haben bei Mercedes traditionell ihren Preis. Der reguläre Grundpreis des Mercedes-AMG A 45 S 4MATIC+ liegt im deutschen Handel derzeit bei 73.928,75 Euro. Für die Veredelung zur „Final Edition“ verlangt AMG einen saftigen Aufschlag.

Dieser Zusatzpreis ist gestaffelt:

  • Das Basispaket der Final Edition schlägt mit einem Aufpreis von 6.074,95 Euro zu Buche. Damit klettert der Preis direkt auf 80.003,70 Euro.
  • Wer das volle Paket inklusive des windkanalgeprüften AMG Aerodynamik-Pakets (mit vergrößertem Frontsplitter, zusätzlichen Flics, markantem Heckflügel und Diffusor-Blade) sowie der auffälligen Tür-Folierung wählt, zahlt einen Aufpreis von 10.091,20 Euro.
  • In der maximalen Ausbaustufe knackt der Kompakte somit die Marke von 84.000 Euro.

Zwar gewährt Mercedes Privatkunden derzeit beim Kauf über den Konfigurator teils spürbare Nachlässe, doch an den offiziellen Listenpreisen ändert das nichts: Die AMG A-Klasse verabschiedet sich als teurer, aber faszinierender Solitär aus einer Welt, die künftig leiser, vernünftiger und vor allem elektrischer sein wird. Wer sich diesen Meilenstein der Verbrenner-Ära noch einmal in die eigene Garage stellen möchte, sollte schnell sein – ein Nachfolger mit reinem Verbrennungsmotor ist nicht mehr in Sicht.